KARIBU Projekt

KARIBU Projekt

Unser Engagement in Kenia und Nigeria

nigerianisches Mädchen
nigerianisches Mädchen
Kind in der Klinik
Kind in der Klinik
Übergabe Instrumente
Übergabe Instrumente
Schulgebäude in Kitale
Schulgebäude in Kitale
Patientenregistrierung in der Augenklinik
Patientenregistrierung in der Augenklinik
Praktischer Unterricht
Praktischer Unterricht
Theoretischer Unterricht
Theoretischer Unterricht
Ärzte im Gespräch
Ärzte im Gespräch
Warteschlange bei der Untersuchung
Warteschlange bei der Untersuchung
Karibu Team - Kitale 2016
Karibu Team - Kitale 2016
Schulscreening
Schulscreening
Kinderstation
Kinderstation
Kind bei der Sehschärfenprüfung
Kind bei der Sehschärfenprüfung
Verabschiedung
Verabschiedung

Seit 10 Jahren unterstützen wir schwerpunktmäßig das von unserer Mitarbeiterin Frau Christiane Paschke initiierte und geleitete KARIBU Projekt in Kenia mit Geld und Sachspenden. Die erfahrene Orthoptistin Frau Paschke arbeitete dort viele Jahre als Lehrorthoptistin. In diesem Jahr haben wir zusätzlich das von Frau Paschke für den Internationalen Orthoptikverband (IOA) koordinierte Training für Optometristen in Nigeria unterstützt. Auf ihre Initiative hin hat die erste nigerianische Teilnehmerin, Helen Jumbo, an einem sechsmonatigen Trainingskurs in Indien teilgenommen. Seit Januar 2017 ist Helen nun zurück in Nigeria und setzt ihr neu erworbenes Wissen in der Klinik ein. In Nigeria (ca. 184 Mio. Einwohner) gibt es bisher keine orthoptische Einrichtung. Personal muss zunächst geschult und dann die benötigte Ausrüstung beschafft werden.

Frau Paschke berichtet vom Workshop 2016:

Ein Sonntagmorgen im März um 7 Uhr in Nairobi. Per Taxi hole ich Jane Musyoka von zu Hause ab, um uns an einer Tankstelle der Langata Road mit Frau Dr. Margaret Njuguna für unsere Fahrt zum Flughafen zu treffen. Um diese Zeit ist kaum Verkehr, dennoch stehen wir längere Zeit, da der Präsidentenkonvoi allen Verkehr blockiert. Bedenken kommen auf, ob wir es rechtzeitig zum Check-in schaffen. Dann geht es aber doch bald ohne Unterbrechung weiter. Nach dem Flug nach Eldoret fahren wir in knapp 2 Stunden nach Kitale, der Verwaltungshauptstadt des County Trans-Nzoia. Wir wollen dort an der Augenklinik des Distriktkrankenhauses in Ergänzung zu den bisherigen drei Standorten Machakos, Homa Bay und Kakamega einen „Primary eye care workers training“-Workshop zum Thema Kinderblindheit durchführen.

Die Augenklinik Kitale

Die Augenklinik Kitale wird von Dr. Hillary Rono geleitet, der dort mit internationaler Unterstützung eine häufig als „afrikanische Modellklinik“ bezeichnete Augenabteilung aufgebaut hat. Die Klinik hat – für kenianische Verhältnisse auf dem Land – sehr großzügige Räumlichkeiten, ist personell gut besetzt und instrumentell gut ausgerüstet und damit ein guter Standort für die Initiierung eines Kinderscreeningprojektes.
Kitale liegt im Westen Kenias in einer Höhe von ca. 1.900 Metern, am nördlichen „Rift Valley“-Ausläufer.
In früheren Zeiten war Kitale eine Versorgungsstation auf der Sklavenroute zwischen Uganda und der tansanischen Küstenregion. Die moderne Stadt wurde 1920 als Verwaltungszentrale des Trans-Nzoia-Distrikts gegründet und hat ca. 110.000 Einwohner unterschiedlicher Stämme.
Insgesamt nahmen 11 Personen (Schwestern und Pfleger) am Workshop teil. Zunächst fand am Montag und Dienstag ein theoretischer Unterrichtsteil statt, bei dem wesentliche kindliche Augenerkrankungen vorgestellt wurden und die Bedeutung einer normalen Sehschärfenentwicklung im Kindesalter vermittelt wurde.

Workshop Kitale

Die Workshop-Teilnehmer arbeiten überwiegend auf der Kinder- und Neugeborenenstation, in der Kinderambulanz und Mutter-Kind-Ambulanz und sollen ein Grundverständnis ernsthafter kindlicher Augenerkrankungen vermittelt bekommen. Mit diesem Wissen sollen sie Mütter auf Augenerkrankungen ihrer Kinder hinweisen, die dann ggf. in der Augenabteilung abgeklärt werden können.

Anschließend an den theoretischen Unterricht wurden im praktischen Teil am Mittwoch und Donnerstag zunächst auf der Kinderstation die Kinder mittels Taschenlampe gescreent und nach Augenauffälligkeiten gesucht. Dabei konnten die Teilnehmer die Handhabung der Taschenlampe sowie weitere Inspektionstechniken unter Anleitung einüben. Linsentrübungen, Hornhautnarben, schwere allergische Bindehautentzündungen konnten aufgedeckt werden. Nach der Besprechung der Befunde und der mit der Untersuchung verbundenen Schwierigkeiten wurde dann alles für das Schulscreening vorbereitet: Sehtafeln, Stereoteste, Augenspiegel und Decken, um ggf. Räume für die Durchführung des Brücknertests abdunkeln zu können, wurden gepackt.
Die Sehtafeln wurden im Freien vor den Klassenräumen aufgehängt, Tische für die Untersuchungsmaterialien bereitgestellt. Im Innenraum fand die Inspektion sowie die Untersuchung der beidäugigen Funktion (Abdecktest, Augenbeweglichkeit, Stereosehen und ggf. weitere Abklärung) statt. Insgesamt wurden 94 Kinder in der Schule untersucht; für die Nachuntersuchung in der Augenklinik, den Notfallfonds und die Neugeborenenprophylaxe wurden Herrn Dr. Rono Gelder übergeben. Die Untersuchungsmaterialien verbleiben zum Einsatz in der Augenklinik.

Erfolge des KARIBU-Teams:

  • Ausrüstung von 4 Standorten im ländlichen Kenia mit Untersuchungsinstrumenten
  • 10 Jahre Workshops mit jeweils circa 10 Teilnehmern
  • 40 bösartige Augentumore (Retinoblastome) frühzeitig erkannt und behandelt

Projektstruktur

  • Auswahl eines geeigneten Standortes in unterversorgten Gebieten Kenias
  • Bereitstellung von Untersuchungsinstrumenten zum Verbleib am jeweiligen Projektort (Visustafeln, Stereo- und Farbteste, Okkluder, Okklusionspfl aster, Ophthalmoskope)
  • Untersuchung von Kindern per Basisscreening mit Grundversorgung von Auff älligkeiten (Allergien, Verletzungen etc.) bei auff älligen Befunden Zuweisung an ein lokales Augenzentrum zur weitergehenden Diagnostik und Therapie
  • Notfallfonds für Härtefälle

Unsere Bitte:

Unterstützen auch Sie den Karibu-Notfallfonds und ermöglichen damit die Untersuchung, Behandlung und ggf. Operation eines Kindes vor Ort.

Deutsches Blindenhilfswerk e. V.
(DBHW)
Stichwort „Karibu“
Bank für Sozialwirtschaft
IBAN DE94 3702 0500 0007 2133 00
BIC BFSWDE33XXX